Gemeinde Großvargula 1236 Jahre 786 - 2022
Gemeinde  Großvargula1236 Jahre   786 - 2022

Eine kleine Anekdote von Matthias Kühn

 

Hunnevargel

 

 

Folgt man den Wegen des Ortes Großvargula, einem Dorf im Kernland des Thüringer Beckens, dass sich über eine Länge von etwa 2km entlang der Unstrut streckt, begrüßen den Besucher sehr viele Hunde mit ihren Lauten. „Der beste Freund des Menschen“ ging sehr früh in der Kulturgeschichte der Menschheit, einen Bund mit den Zweibeinern ein. Für geregelte Mahlzeiten und einem sicheren Platz vor den Unbilden der Natur gab er seine Freiheit auf.
                

Es ist schwer nachvollziehbar, ob die Tiere in unserem Dorf häufiger als in anderen Orten gehalten wurden oder vielleicht verbreiteten auch gerade die Gäste, die schlechte Erfahrungen mit besonders gefährlichen Vertretern der Spezies in Großvargula machten die Kunde. In der näheren und weiteren Umgebung hieß der Ort „Hunnevargel“. Einheimische nahmen die Bezeichnung mit Stolz hin, während die Auswärtigen ihren Spaß an dem Namen hatten. Bei einem Disput mit einem Bürger der Kreisstadt Bad Langensalza konterte ein Einwohner unseres Dorfes den Spott „Hunnevargel“ mit den Worten: „Wir haben sie gezüchtet und ihr habt sie gefressen“, galten die „Langensälzer“ doch im Volksmund als „Hunnefresser“.

      

Trotz einheitlicher deutscher Sprache blieben die regionalen Dialekte erhalten und man kann aus ihnen auch auf historische Ereignisse schließen. Eine mögliche Erklärung eines solchen, steht in unserer Chronik, die Albert Arnstadt bis 1920 führte. Er berichtet von einer „Hunneneile“ im Zusammenhang mit den Hunnen, die in Attila ihren legendären Anführer hatten. Die Thüringer waren Verbündete dieses Volkes, das mit seinen Zügen eine Völkerwanderung auslöste. Leider hinterließen sie in Thüringen kaum Spuren. Großvargula kreuzten seit alten Zeiten Handelswege, war doch der Ort ob seiner Furt durch die Unstrut ein Knotenpunkt solcher Routen. Schaut man sich die Lage der Ortsbezeichnung „Hunneneile“ (taucht in keiner Flurkarte auf) an, fällt die strategische Bedeutung direkt an einem Altweg der unmittelbar zur Furt führt auf. Ein Lager zur Kontrolle eines weiten Gebietes würde Sinn machen. Es ist also durchaus denkbar, dass der Begriff „Hunnevargel“ aus dieser Zeit stammt.

  

Da wir es aber nicht wissen, könnten auch die Vierbeiner Namenspatron sein. Vor wenigen Jahren dienten sie den Menschen noch in vielen Bereichen. Sie gehörten zu den alten Bauernhöfen einfach dazu. Nach dem Aussterben des Bauerntums gewannen Hunde wie kaum ein anderes Haustier als Partner des Menschen an Bedeutung. Viele Hundehalter aus der Umgebung kommen nach Großvargula, um ihre Gefährten behandeln zu lassen. In der Tierarztpraxis der Familie Hilbert werden sie versorgt und streifen mit ihren Herrchen und Frauchen in den Wartezeiten durch das Dorf. „Hunnevargel“ vereint Tradition mit Moderne.

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