Gemeinde Großvargula 1236 Jahre 786 - 2022
Gemeinde  Großvargula1236 Jahre   786 - 2022

Der Wunderbaum von Vargula

 

Der Dichter Ludwig Bechstein (Sage Nr. 396 aus dem „Thüringer Sagenbuch“, veröffentlicht im Unstrutsagenbuch des Verlages Rockstuhl, Bad Langensalza, ISBN 978-3-938997-81-9) und die Brüder Grimm (Die Deutschen Sagen der Brüder Grimm Bände 1-2, S.170) erzählten die analoge Geschichte eines Baumes und benannten als Ort dieser Sage ausdrücklich den Namen Vargula.   

Oberhalb einer markanten Stelle, an der die Unstrut eine Schleife von 180° in ihrem Lauf nahm, befand sich ein altes germanisches Heiligtum. In unmittelbarer Nähe lag eine der Furten des Ortes. Die Reisenden heidnischen Göttern und baten um eine glückliche Fortsetzung ihrer Unternehmungen.n dankten den alt

Im Jahr 531 hatten fränkische Truppen in einer Schlacht an der Unstrut die Thüringer besiegt und das Ende des Thüringer Königreiches besiegelt. Um das Land zu beherrschen, siedelten sie fränkische Bauern in den bestehenden Orten an oder errichteten neue Dörfer.

Da Vargula bereits besiedelt war, wurden Einheimische verdrängt und neue Ortsteile erschlossen.

Der fränkische König Chlodwig war zum katholischen Glauben konvertiert und sowohl er als auch seine Nachfolger setzten die neue Religion in den von ihnen beherrschten Gebieten durch. Man erkor Mönche für die Aufgabe und diese setzten sie mit Feuereifer um. Viele Prediger stammten aus dem angelsächsischen Raum. Einer der Bekanntesten war Bonifatius.

Der Apostel der Thüringer begab sich höchstpersönlich nach Vargula in Thüringen. Dort wollte er eine neue Kirche weihen. An Ort und Stelle angekommen, steckte er am Eingang des Heiligtums seinen Wanderstab in die Erde.                                                                                                                               

Der getrocknete Ast eines Baumes verharrte im Boden, während der Heilige seine kultischen Handlungen in der neuen christlichen Kirche verrichtete. Er hielt die Messe und weihte das Gotteshaus. Nach der Zeremonie verließ Bonifatius den geweihten Boden, um seine Wanderung fortzusetzen. Zu seinem und der um ihn herumstehenden Menschen Erstaunen hatte der Stab frisch ausgetrieben. Das Wunder von Vargula war geschehen.

Die Erzählung von Bechstein schilderte den Baum als Ulme, andere Sagen bezeichneten ihn als exotisch und außergewöhnlich. Die Samen verbreiteten sich im Pfarrgarten und viele Generationen stammten von ihm ab.

Christliche Missionare wählten für die Demonstrationen der Überlegenheit ihres Gottes Orte, die vorher der Anbetung germanischer Kultfiguren dienten. Eichen und andere Bäume wurden gefällt, um an deren Stelle Kirchen zu errichten. Machtdemonstrationen und Übernahme populärer Gewohnheiten waren Motive.

In Großvargula baute man die Bonifatiuskirche an die Stelle des alten Heiligtums und in unmittelbarer Nähe das Pfarrhaus des Dorfes. Der Hügel heißt noch heute, im 21. Jahrhundert nach Christus, „Bonnefaz“. Die Kirche  besuchten die Gläubigen laut Chronik Albert Arnstadt´s bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, anschließend verfiel sie. Um die Kirche wurde ein Friedhof angelegt. Knochen der Toten fanden die Bewohner Vargulas dort häufig und die Fundamente der Mauern sind nach starken Regenfällen noch heute zu erahnen. Geblieben ist auch das Pfarrhaus am Ende des Dorfes. Seit Beginn seiner Existenz wurde es mehrfach umgebaut. In seinen Mauern wurden bedeutende Menschen geboren. Baldinger und Ritschl gehören zu den berühmtesten.

Großvargula kann sich glücklich schätzen, dass im Jahr 2018 ein junger Pfarrer mit seiner Familie im alten Pfarrhaus lebt und die Geschicke der Kirchgemeinde Großvargula lenkt. Im Pfarrgarten stehen viele Bäume. Einige von ihnen tragen Früchte, aus denen die Menschen des Ortes einen wunderbaren Saft gewinnen. Die anderen Pflanzen erfreuen die Seele der Leute, die in der Lage sind zu sehen. Vielleicht steht zwischen ihnen verborgen ein Nachkomme des Wunderbaumes von Vargula.

 

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